Geschichte
Das Business Valley BUG ist ein brandneuer und attraktiver grenzüberschreitender Wirtschaftraum in Osteuropa, der drei unterschiedliche Länder in einem Standort vereint: das Brester Gebiet (Belarus), die Lubliner Woiwodschaft (Polen) und das Volyn Gebiet (die Ukraine), entlang des romantischen Tales des Flusses Bug. Sie sind auch Teil der Grenzregion Euroregion Bug.
Die Projektinitiative kam jedoch vom Rhein, aus der dortigen deutsch-französischen Grenzregion PAMINA: im Jahre 2003 initiierte das Deutsch-Weissrussischen Haus (DWH), Karlsruhe, Deutschland ein EU-Projekt mit Namen: "EU-Enlargement and Foreign Direct Investments in Border Regions to the CIS - Actions for a region where three countries meet at the Bug River", kurz genannt "FDI-Project", mit dem Ziel, die Grenzregion am Bug als einen einheitlichen und wirtschaftlich perspektivischen Markt zu entwickeln und zwar zusammen mit den dortigen belorussischen, polnischen und ukrainischen lokalen Behörden. Näher zum Projekt, seinen Zielen und Ergebnissen heute hat sich die FDI-Projektmanagerin und Geschäftsführerin des Deutsch-Weißrussischen Hauses Frau Patricia Ruppert MBA (UK) geäußert.
Wie entstand die Idee für das FDI-Projekt?
Patricia Ruppert: Ganz einfach: in Europa hat man schon lange Erfahrung in der grenzüberschreitenden Kooperation, insbesondere in der erfolgreichen Wirtschaftskooperation und grenzüberschreitenden Standortvermarktung. Auch die Vision des DWHs ist es, bewährtes, europäisches Know-how nach Belarus zu bringen, in den verschiedensten Themenbereichen, damit Brücken zu bauen und Belarus für eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Europa zu gewinnen.
Im Jahr 2002 hat das DWH zusammen mit Experten aus der kommunalen Wirtschaftsförderung Karlsruhe, eine 300.000 Einwohner große Kommune in der Grenzregion PAMINA auf deutscher Seite, die Idee des FDI-Projektes entwickelt und mit dem Brester Rayonverwaltung und der Freien Wirtschaftszone Brest (FEZ Brest) abgestimmt. Schnell waren dann auch die polnischen und ukrainischen Projektpartner mit „on board“. Da dieser Grenzraum ein attraktiver Standort für Baden-Württembergische Unternehmen sein könnte – Karlsruhe liegt im Bundesland Baden-Württemberg – bemühte sich das DWH besonderes um eine Einbindung des Wirtschaftsministeriums von Baden-Württemberg und mit Erfolg.
Das FDI – Projekt ist bereits die dritte EU-finanzierte Projektinitiative des DWHs an dieser neuen EU-Außengrenze. Die beiden EU-Vorläuferprojekte des DWHs sind bis heute nachhaltig und sichtbar:
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TRIC- Plattform: Die Eröffnung des ersten grenzüberschreitenden Informationszentrums am Bug in Brest mit Namen "TRIC Brest" und Entwicklung einer Trans-border Information and Contacts Platform (TRIC-Platform) www.tric.info für den polnisch-weißrussischen Grenzübergang Terespol – Brest;
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TRIC Info Centre Development Brest: Die konzeptionelle Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden Info Centres, mit Trainings des Personals in PAMINA, Entwicklung von Informationsunterlagen, Design eines eigenen Coporate Identity und Know-how Transfer für eine lokale polnisch-belarussischen identitätsbildende touristische Vermarktung der gemeinsamen Geschichte, Kultur und des Naturerbes als Pribuzhie Region.
Worin besteht die Hauptidee des FDI-Projektes und wie lauten seine Ziele?
Patricia Ruppert: Nicht alle interessanten Geschäftsperspektiven liegen im asiatischen Raum. Fast vor der Haustüre gibt es einen spannenden, aber noch weitgehend unentdeckten Wirtschaftsraum, die Euroregion Bug, ein Standort, von dem europäische Unternehmen einen erleichterten Zugang zu den Märkten Polens, Belarus und der Ukraine haben.
Das Besondere der Euroregion Bug ergibt sich aus der Zusammenarbeit von drei Ländern, die unterschiedliche EU-Nähe aufweisen. Polen als EU-Mitglied seit 2004 wird bereits stark von westeuropäischen Unternehmen gesucht, die Ukraine und Belarus gelten als der nächste Schritt für Markterschließung und Kostensenkung. Und nur gemeinsam, als grenzüberschreitender Wirtschaftsstandort, ist die Vermarktung chancenreich.
So haben sich die drei Teilregionen - das Volyn Gebiet (UA), das Brester Gebiet (BY) und die Lubliner Woiwodschaft (PL) im Rahmen des EU-Projektes FDI als grenzüberschreitenden Wirtschaftsraum "Business Valley BUG" zusammengeschlossen, um ausländischen Unternehmen eine gezielte Unternehmensansiedlung und Unterstützung anzubieten. Unternehmen werden somit individuell aus einer Hand von den lokalen Behörden grenzüberschreitend betreut, um sich alle Vorteile dieses geostrategischen Drehkreuzes zwischen der EU, der Ukraine, Belarus und Russischen Förderation nutzbar zu machen.
An wen richtet sich das FDI-Projekt und wer profitiert davon?
Patricia Ruppert: Das FDI-Projekt versucht, die lokalen Kräfte der öffentlichen Hand der Grenzregion zu vernetzen. Auch richtet es sich an verschiedenste Zielgruppen, die an einer wirtschaftlichen Entwicklung der Grenzregion oder an einem interessanten Produktionsstandortinteressiert sind:
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Lokale, regionale Behörden des Business Valley BUGs, weil sich genau diese Entscheidungsträger mit dem operativen und strategischen Regionalmanagement beschäftigen und die regionale Wirtschaftsentwicklung vorgeben;
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Ausländische Unternehmen und Investoren, die nach den neuen vorteilhaften Standorten und Märkten suchen, aus der EU, Russland, China;
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Regionale und lokale KMUs in Belarus, Polen, der Ukraine;
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Regionalentwicklungsagenturen, deren Aufgabe die operative Vermarktung der Region lokal und international ist;
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Lokale und internationale Industrie- und Handelskammern;
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Wichtige Entscheidungsträger wie die Sekretariate der Euroregion Bug in Chelm (Polen), Lutsk (Ukraine) und Brest (Belarus);
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Lokale und internationale Medien;
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Botschaften und ausländische Vertretungen.
Worin besteht die Rolle des Deutsch-Weißrussischen Hauses?
Patricia Ruppert: Das Deutsch-Weissrussische Haus ist seit 1994 in Belarus aktiv. Mit seinen Projekten und Initiativen tritt es einerseits als Initiator und erfahrener europäischer Projektpartner auf, indem es sich in seinen Projekten und Initiativen auf die europäische Erfahrung stützt. Andererseits ist es dank seiner aktiven Tätigkeit sowohl der Know-how – Geber in verschiedensten Bereichen (Kommunalwirtschaft, Sozialwesen, Wirtschaft, Kultur usw.), als auch der Networker, indem es verschiedene Akteure und Interessensvertreter auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene untereinander vernetzt. In Belarus sorgt die DWH-Vertretung in Minsk mit Namen INTERACTION für eine optimale lokale Abwicklung.
Mit dem Know-how können wir für Einrichtungen und Organisationen ein idealer Partner sein, um EU- Fördermittelprojekte zu entwickeln und zu gewinnen. Auch ist es nicht einfach, ohne Unterstützung EU-Förderprojekte effektiv umzusetzen. Für deutsche Unternehmen sind wir auch Berater und Katalysator im Markteinstieg nach Belarus.

